Du hast eine Fake Designertasche gekauft? Das kannst du tun

Du hast eine Fake Designertasche gekauft? Das kannst du tun

Du hast dir eine Luxus-Handtasche Secondhand gekauft und merkst plötzlich: Sie ist nicht echt? Extrem ärgerlich – vor allem bei Preisen von mehreren hundert oder tausend Franken. Die gute Nachricht: In vielen Fällen kannst du dein Geld zurückfordern, wenn du richtig vorgehst.

Schnelle Hilfe in 5 Schritten:

Du hast im Secondhand eine Designertasche gekauft, festgestellt, dass sie fake / gefälscht ist – und willst jetzt dein Geld zurück? In diesem Guide erfährst du:

  • welche Dokumente du brauchst
  • wie du dich rechtlich absicherst
  • und welche Schritte du in der Schweiz und Deutschland unternehmen kannst

 

Wie oft passiert das wirklich?

Wie oft sind Designertaschen Fake? Leider häufiger, als viele denken. Basierend auf unseren Authentifizierungen bei Fillia in den letzten Jahren: Ist  jede 4-5 Tasche ist gefälscht, die wir zur Zertifizierung erhalten.

Das betrifft vor allem:

  • Privatkäufe (Ricardo, Tutti, Facebook, Instagram, Marko, Depop etc.)
  • Secondhand-Plattformen (wie Vestaire Collective etc).
  • Kleinere Online-Shops

Wichtig:
Viele Fälschungen sind heute sogenannte High-Quality Fakes und für Laien kaum erkennbar.

 


 

Besonders vorsichtig bei kleinen Verkäufern

Viele kleinere Anbieter geben an, nur originale Taschen zu verkaufen. Klingt gut – ist aber keine Garantie.

Was du unbedingt prüfen solltest:

  • Ist die Firma offiziell in der Schweiz eingetragen?
  • Wer steht rechtlich hinter dem Shop?
  • Gibt es Rückgaberegeln?

Wenn eine Firma nicht offiziell in der Schweiz eingetragen ist → höheres Risiko.

 


 

So gehst du jetzt am besten vor

Wenn du vermutest, dass deine Designertasche gefälscht ist, solltest du strukturiert handeln. So empfehlen wir es unseren Kundinnen und Kunden bei Fillia:
Mit den folgenden Schritten deckst du alle wichtigen Punkte ab – von Beweisen bis zur Rückforderung deines Geldes.


Schritt 1: Beweise sichern (sofort)

Sobald du Zweifel hast: alles dokumentieren. Das solltest du fotografieren:

  • Ganze Tasche (alle Seiten)
  • Details (Logo, Nähte, Hardware, Seriennummer)
  • Zubehör (Box, Karte, Dustbag)
  • Auffällige Mängel

Diese Unterlagen brauchst du:

  • Kaufbeleg / Rechnung
  • Versandbestätigung
  • Chatverlauf mit dem Verkäufer
  • Verkäuferdaten
  • Deine Fotos
  • Handelsregister-Check (falls relevant)

Je sauberer deine Dokumentation, desto besser deine Chancen.

 


 

Schritt 2: Professionelle Authentifizierung 

Die Authentifizierung deiner Tasche ist der wichtigste Schritt. Wichtig: Die Prüfung sollte durch ein offiziell registriertes Unternehmen in der Schweiz erfolgen. Das erhöht die Erfolgschancen bei Rückforderung oder Anzeige.

Das solltest du wissen:

  • Marken wie Louis Vuitton, Chanel, Gucci etc. stellen keine offiziellen Echtheitszertifikate aus
  • Du erhältst in Stores meist keine schriftliche Bestätigung
  • Der Secondhand-Markt wird von Brands nicht aktiv unterstützt

Realität im Markt:

  • Es gibt kein einheitlich anerkanntes Zertifikat
  • Authentifizierungen sind eine Grauzone
  • Die Anerkennung hängt vom Einzelfall ab

Wichtig bei der Auswahl:

Wähle einen Anbieter, der:

  • im Luxus Secondhand Handel tätig ist
  • Erfahrung mit Designer Taschen Authentifizierung hat
  • offiziell registriert ist

Unsere Erfahrung:
Die von Fillia ausgestellten Gutachten wurden bisher bei Streitfällen akzeptiert – Kundinnen konnten ihr Geld erfolgreich zurückfordern.

 


 

Schritt 3: Verkäufer kontaktieren (Geld zurückfordern)

Wenn deine Designertasche nicht echt ist, kontaktiere den Verkäufer sofort.

Wichtig:

  • schriftlich (E-Mail oder Chat)
  • Klare Frist setzen (14 Tage)

Fordere:

  • Rückerstattung
  • Rücknahme der Tasche

Beziehe dich auf:

  • Authentifizierung
  • Mängel
  • ursprüngliche Verkaufsaussagen


Folgend findest du eine Kurzvorlage die du nutzen kannst, um den Verkäufer zu kontaktieren:

Kurzvorlage: Rückforderung bei Fake-Tasche

Betreff: Rückerstattung wegen gefälschter Tasche

Guten Tag

Ich habe die bei Ihnen gekaufte Tasche [Marke / Modell] vom [Datum] erhalten und nach Prüfung festgestellt, dass es sich nicht um ein Original handelt.

Ich informiere Sie hiermit schriftlich über diesen Mangel und fordere die vollständige Rückerstattung des Kaufpreises in Höhe von [Betrag] CHF sowie die Rücknahme der Tasche.

Bitte überweisen Sie den Betrag innerhalb von 14 Tagen, spätestens bis [Datum], auf folgendes Konto:

Kontoinhaber/in: [Name]
IBAN: [IBAN]
Bank: [Bankname]

Bitte senden Sie mir ausserdem Ihre vollständige Rücksendeadresse sowie die weiteren Anweisungen für die Rücksendung schriftlich zu.

Die relevanten Unterlagen und Belege liegen vor, insbesondere:

  • Kaufbeleg / Rechnung
  • Fotos der Tasche
  • Chatverlauf / Inserat
  • Authentifizierung, sofern vorhanden

Sollte ich bis zum oben genannten Datum keine Rückmeldung oder Rückerstattung erhalten, werde ich unverzüglich rechtliche Schritte einleiten.

Freundliche Grüsse
[Vorname Nachname]
[Telefon / E-Mail]



 

Schritt 4: Plattform einschalten

Wenn du über eine Plattform gekauft hast:

→ Problem melden und Unterlagen einreichen

Instagram → Shop melden

Oft unterstützt hier ein Käuferschutz, dass du das Geld zurück bekommst (die Zertifizierungskosten werden nicht übernommen)

 


 

Schritt 5: Rechtliche Schritte (Schweiz & Deutschland)

Die Schlichtungsstelle ist oft der einfachste Einstieg.

  • Zuständig ist die Behörde in deinem Kanton
  • Du reichst deinen Fall mit allen Beweisen ein (Rechnung, Chat, Authentifizierung)
  • Die Behörde versucht, eine Einigung zwischen dir und dem Verkäufer zu erzielen

Vorteile:

  • Grundsätzlich Kostenlos
  • Kein Anwalt nötig
  • Oft schnelle Lösung

So gehst du vor:

  • Suche nach „Schlichtungsbehörde + dein Kanton“
  • Formular ausfüllen oder Antrag einreichen
  • Unterlagen anhängen

 

Betreibungsamt

Wenn du dein Geld aktiv einfordern willst, kannst du eine Betreibung einleiten. Dies ist Administrativ ein relativ hoher Aufwand. Das bedeutet:
Du meldest offiziell, dass dir der Verkäufer Geld schuldet.

So funktioniert’s:

  • Du gehst zum Betreibungsamt deines Wohnorts
  • Reicht eine Betreibung gegen den Verkäufer ein. Dabei brauchen sie diverse Dokumente. Wenn alles akzeptiert wird und offiziell annerkannt >
  • Der Verkäufer erhält einen Zahlungsbefehl

Wichtig:

  • Der Verkäufer kann Rechtsvorschlag einlegen (also widersprechen)
  • Dann musst du den Anspruch weiter rechtlich durchsetzen



Zivilgericht

Wenn keine Einigung zustande kommt:

  • Du kannst deinen Anspruch vor Gericht geltend machen
  • Das Gericht prüft Beweise (inkl. Authentifizierung)

Wichtig:

  • Kosten entstehen (abhängig vom Streitwert)
  • Urteil ist rechtlich bindend


Bei Betrug:
→ Anzeige erstatten

 

4. Anzeige wegen Betrug

Wenn du davon ausgehst, dass der Verkäufer wissentlich eine Fake Tasche verkauft hat, kannst du Anzeige erstatten. Das gilt als Betrug, wenn:

  • „Original“ angegeben wurde, obwohl es fake ist
  • bewusst falsche Angaben gemacht wurden

So gehst du vor:

  • Anzeige bei der Polizei (online oder vor Ort)
  • Alle Beweise einreichen

Wichtig:
Das ist ein strafrechtlicher Schritt – unabhängig davon, ob du dein Geld zurückforderst.

 


 

Bekommst du dein Geld zurück?

Wenn du nachweisen kannst, dass die Tasche gefälscht ist, hast du in der Regel Anspruch auf:

  • Rückerstattung des Kaufpreises
  • Rücksendekosten

Wie stark dein Fall ist, hängt von deinen Beweisen ab.

 


 

So vermeidest du Fake-Käufe

Vor dem Kauf:

  • Verkäufer prüfen (z. B. zefix.ch)
  • Preis hinterfragen
  • Detailfotos verlangen
  • Rückgaberecht checken
  • Im Zweifel: vorher authentifizieren lassen

 

 

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